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Nachfolgend finden Sie eine Auswahl an (Wettkampf-)Berichten der vergangenen Jahre in chronologischer Reihenfolge.


Jeantex-Tour-Transalp & Ötztaler Radmarathon 2009

Die sportlichen Höhepunkte meiner bisherigen Radsportsaison 2009 durfte ich in Regionen der topographischen Höhepunkte Europas erleben. Das Erste der drei berichtenswerten Ereignisse war die Tour dès Vallées Côte d’Azur, die auf 4 Etappen an drei Tagen vom 30. Mai bis 1. Juni durch die französischen Seealpen hinter Nizza führte. Knapp einen Monat später, vom 28. Juni bis 4. Juli, folgte das zweite hochalpine Erlebnis, mein Saisonhöhepunkt 2009: Die Jeantex-Tour-Transalp, größtes Amateuretappenrennen Europas und härtestes Radrennen über die Alpen zugleich, das auf sieben Etappen an sieben Tagen alle Kräfte forderte – so waren insgesamt 883km mit 18.400 Höhenmetern auf dem Weg von Sonthofen im Allgäu nach Arco am Gardasee zurückzulegen. Am vergangenen Sonntag, den 30. August, stand mit dem Ötztaler Radmarathon, der inoffiziellen Radmarathon-Weltmeisterschaft über 238 Kilometer und 5500 Höhenmeter, der vörläufig letzte Termin der Saison 2009 in sauerstoffarmen Gefilden an.
Die Ausbeute der drei Wettkämpfe sind ein grünes Sprinttrikot, ein Etappensieg, einen Tag im gelben Trikot und der zweite Gesamtrang bei der Tour dès Vallées Côte d’Azur, Platz 7 in der Gesamt-Herrenwertung, Platz 9 in der Overall-Gesamtwertung und 4 Top-Ten Etappenplatzierungen bei der Jeantex-Tour-Transalp sowie der 20. Rang in der Herren-, gleichzeitig 32. Rang in der Gesamtwertung des Ötztaler Radmarathons mit einer Zeit von 7 Stunden und 40 Minuten.
Nach diesen harten Fakten folgt nun die ausschweifende Berichterstattung – immerhin ist seit dem letzten Homepageeintrag Einiges passiert:

Die Tour dès Vallées Côte d’Azur, der wir bereits im vergangenen Jahr mit großer Freude und ebenso großem Erfolg beiwohnten, sollte auch dieses Jahr die Strapazen der langwierigen An- und Abreise zum Hochplateau hinter Nizza vergessen lassen. Timm Hortig, Imanuel und David Jesse, Alexander Polak, Benjamin Schlubkowski und ich waren für den Endspurt Mannheim, als einzige deutsche Mannschaft, beim Rennen rund um den auf 1200 Metern gelegenen Start- und Zielort Andon am Start. Betreut wurden wir von Tobias Rupp, der seine Radkleidung zuhause lies, ein schickes Hemd um sich  hüllte und uns in den drei Tagen vorbildlich umsorgte -  wie es von einem ehemaligen Rennfahrer nicht anders zu erwarten war. Vielen Dank hierfür, Tobias.

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Mit den Tagesplatzierungen 2, 4 und 6 durch David, mich und Imanuel kündigten wir auf der ersten Etappe samstags bereits zu Beginn der Rundfahrt unsere Ambitionen an. So konnte ich zusätzlich auf beiden gefahrenen Runden der insgesamt 85 Kilometer langen Etappe jeweils vor der Sprintwertung dem Hauptfeld enteilen und mir ausreichend Punkte in der Wertung um das grüne Sprinttrikot sichern. Als die von mir initiierte Fluchtgruppe am letzten Berg gestellt wurde, nutzte David sogleich die Gelegenheit, um sich mit wenigen Mitstreitern vom bereits dezimierten Feld abzustetzen. Im Sprint musste er sich nur dem späteren Rundfahrtsieger geschlagen geben.
Die zweite Etappe, ein Zeitfahren über 9,4 Kilometer, dessen Streckenführung größtenteils bergauf verlief, endete Sonntag vormittags mit den respektablen Plätzen 3, 6, 12, 14, 16 und 50 für mich, Imanuel, Benjamin, David, Tim und Sascha. Mein Vorhaben, das auf der ersten Etappe eroberte Sprinttrikot zu verteidigen, führte dazu, dass ich nur ca. 10 der insgesamt 78 Kilometer der dritten Etappe am Sonntag Nachmittag im Hauptfeld verbrachte. Die restliche Distanz verschlug es mich immer wieder in diverse Fluchtgruppen, wovon letztendlich auch eine achtköpfige Spitze rund zwei Minuten ins Ziel rettete. Auf den letzen Kilometern bergauf zum Ziel konnte ich das Ausscheidungsfahren im Sprint gegen den letzten übrig gebliebenen Gegner für mich entscheiden und damit die Etappe gewinnen, Benjamin landete auf dem 4. Rang. Die starken Vorstellungen auf den ersten drei Etappen reichten aus, um am Sonntagabend das gelbe Trikot überstreifen zu dürfen und mit beruhigendem Vorsprung im Kampf um die Sprintwertung in den letzten Tagesabschnitt, die Königsetappe am Montag, starten zu können.

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Diese führte, wie bereits im vergangenen Jahr, über einen 6 Kilometer langen Anstieg, der zweimal zu bewältigen war. Für die gesamte Mannschaft galt es nun, das gelbe Trikot so lange als möglich zu verteidigen und nebenbei das grüne Trikot zu sichern. Die gesamte Mannschaft arbeitete unermüdlich und hart, vielen Dank Euch allen. So konnten wir das Feld bis zum Fuße des zweiten langen Anstieges kontrollieren. Im Anstieg bildete sich eine 16-köpfige Spitzengruppe, in der ich zusammen mit Benjamin vertreten war. Zu unseren Ungunsten verbündeten sich alle Fahrer der Fluchtgruppe, obwohl sie unterschiedlichen Mannschaften und teilweise verschiedenen Nationen angehörten, gegen mich. Benjamin schloss fleißig Lücken, bis es am letzten Anstieg, ca. 12 Kilometer vor dem Ziel, zur Entscheidung kam. Ich war nun auf mich alleine gestellt und konnte dem Angriff des Gesamtzweiten zunächst nicht folgen. Als ich bis auf 100 Meter wieder aufgeschlossen hatte, sprang ein weiterer Fahrer an dessen Hinterrad. Die nachfolgende Abfahrt wurde ich durch unsportliches Verhalten ausgebremst, bevor der leicht ansteigende Straßenverlauf die letzten 6 Kilomter bis ins Ziel markierte. Ohne Unterstützung der anderen Fluchtgefährten hatte ich alleine keine Chance mehr, die Zweierspitze einzuholen. Auch die Rückkehr Benjamins in unsrere Gruppe, ca. 3 Kilomter vor dem Ziel, konnte das gelbe Trikot nicht mehr retten. So wandelten sich die 3 Sekunden Vorsprung vor der letzten Etappe in 17 Sekunden Rückstand zu unseren Ungunsten.

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Nichtsdestotrotz können wir mit dem zweiten Gesamtrang und dem Sieg einer Etappe sowie der Sprintwertung vollkommen zufrieden sein. Die weiteren Ergebnisse im Gesamtklassement waren Banjamin 3., David 18., Imanuel 22., Timm 30. und Sascha 43.. Insgesamt nahmen 98 Fahrer an der vom französischen Verband FSGT organisierten Rundfahrt teil, wovon 64 das Ziel erreichten. Die Gesamtdistanz der Rundfahrt betrug 270 Kilometer, gewertet wurden außer der Over-all-Gesamtwertung einzelne Altersklassen – David gewann die Juniorengesamtwertung, ich die der Senioren 1, Benjamin wurde 2. in der U23 Klasse, Imanuel 5., Timm 6. Detaillierte Informationen, Ergebnisse und Bilder der Rundfahrt findet man auf www.fsgtcyclisme06.com.
Nachdem wir auf der Hinreise rund um Monaco mit vielen Staus zu kämpfen hatten und erst spät das Hotel erreichten, blieben wir auf der Rückreise von dichtem Verkehr verschont und sahen in der Nacht von Pfingstmontag auf Dienstag die Heimat wieder. Großer Dank gilt neben Klaus Jesse, der sein Fahrzeug zur Verfügung stellte, auch Sascha Polak, der durch Kontakte zum Veranstalter die Teilnahme an der Tour ermöglichte.

Meine Teilnahme an der Jeantex-Tour-Transalp stand bereits sieben Monate vor dem Startschuss am 28.06. diesen Jahres in Sonthofen fest. Zu dem Rennen, bei dem Hobby-, Freizeit- und Amateurradsportler sowie Profis starten dürfen, muss man sich schon im Dezember des Vorjahres anmelden. Meist sind alle eintausendeinhundert Plätze ein bis zwei Minuten nach der Freischaltung der Online-Anmeldung vergriffen. Gemeldet und gefahren wird in insgesamt fünfhundertundfünfzig Zweierteams, wobei die Zeit der Zieleinfahrt des schwächeren Teampartners für die Tages- und Gesamtwertung ausschlaggebend ist. Zusammen mit Robert Müller startete ich in das Abenteuer, das wir als Team RSV Concordia Forchheim 3 unter dem Schirm des gleichnamigen Vereins erleben durften. An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank allen, die an der Organisation beteiligt waren, insbesonders Bernd Hornetz, der den Überblick behielt und das Gros managte. Großer Dank gilt auch meinem Vater, der die Forchheimer Teams mit Bernd Hornetz/Erwin Hickl,  Peter Brommler/Kai-Uwe Gerstenberger, Rainer Golenhofen/Gunther Zimbelmann sowie Robert und mich während der gesamten Rundfahrt mit motorisiertem Zweirad begleitete und für ausreichend kühles Nass sorgte. Die gute Organisation sowohl seitens des Veranstalters als auch seitens des Forchheimer Teams machte die Alpentour zu einem unvergesslich schönen Erlebnis für alle Beteiligten.

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Der Anreisetag nach Sonthofen, an dem sich der Himmel bis in den späten Nachmittag in eine tiefschwarze Wolkendecke hüllte, und kein Ende des heftigen Niederschlages in Sicht war, ließ viele Teilnehmer an ihrer im Vorjahr getroffenen Entscheidung für die Tour zweifeln und trieb gleichzeitig die Umsätze an den Verkaufsständen des Titelsponsors, der Regenjacken unters Volk brachte, in die Höhe. Nach der Akkreditierung und einigen spontanen Einkäufen am Vormittag konnten wir gegen Abend noch eine kleine Runde trainieren gehen.
Die erste Etappe führte dann sonntags von Sonthofen nach Imst. Ziel war es, sich aus dem hinteren Startblock D in die Spitze vorzuarbeiten und damit den Grundstein für den Start aus dem ersten Startblock in den nachfolgenden Tagen, also Grundvoraussetzungen für gute Etappen- und eine gute Gesamtplatzierung, zu schaffen. In der Neutralisationsphase des Rennens wurden die Blöcke zusammengeführt, beim ersten Anstieg hinauf zum Oberjoch konnten Robert und ich uns bis in die Spitzengruppe vorarbeiten. Bis zum Fuß der eigentlichen Herausforderung des Tagesabschnittes, dem Hahntennjoch, verweilten wir in der ca. 40 Mann starken Spitzengruppe. Am Hahntennjoch trennte sich die Spreu vom Weizen: Robert mahnte bergauf zur Vorsicht im Umgang mit der Physis, denn die erste Etappe mit 121 Kilometern und 2500 Höhenmetern sollte nur ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Tage sein. So erreichten wir das Ziel in Imst mit einem Rückstand von knapp 6 Minuten auf dem 9 Tagesrang – besser als wir erwartet hatten.
Die zweite Etappe von Imst nach Ischgl führte über Arlbergpass und Bieler Höhe, insgesamt waren rund 150 Kilometer und 2800 Höhenmeter zu überwinden. Nach rasanter Abfahrt vom Arlbergpass mit Hochgeschwindigkeitspassagen in Galerien, auf nassen Straßen und im Slalom um diverse Fahrzeuge konnten wir die zunächst bergauf ein wenig enteilte Spitzengruppe wieder einholen und gemeinsam mit ihr zum Schlussantieg, der Bieler Höhe, gelangen. Gute Beine verhalfen uns dort zum siebten Tagesrang mit neun Minuten Rückstand auf die Tagessieger. Nach zwei gefahrenen Etappen kristallisierte sich heraus, was sich in den folgenden bestätigen sollte. Robert und ich harmonierten gut, bergauf war ich ihm – zu meiner eigenen Überraschung – überlegen, bergab konnte ihm wiederrum niemand etwas vormachen. Diese Erkenntnis prägte unsere Taktik für die kommenden Tage: Ich fuhr am Ende langer Passstraßen einen Vorsprung auf Robert heraus, er holte mich in den folgenden Abfahrten wieder ein.

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Nicht jedoch auf der dritten Etappe von Ischgl nach Sölden, die über die Pillerhöhe, über rund 120 Kilometer und 2400 Höhenmeter führte. Nach langer Neutralisationsphase zu Beginn der Etappe (jede Etappe wurde bis in den ersten Anstieg von der Jury neutralisiert) sprengte sich das Feld bereits am ersten Berg hinauf nach Tobadill – nicht zuletzt aufgrund der sehr schmalen und sehr verwinkelten Straßen. Wir fanden uns nach der Schlacht zu Beginn und der Schinderei innerhalb der steilsten Auffahrt hinauf zur Pillerhöhe in der ersten Verfolgergruppe wieder. Der folgende Straßenverlauf zehrte an der Kräften, denn viele kurze, steile Rampen, enge, kurvenreiche Wege sowie gefährliche Abfahrten prägten den weiteren Rennverlauf. Die 30 Kilometer lange, moderat ansteigende Auffahrt von Ötz nach Sölden gestaltete sich in der zwölf Mann starken Verfolgergruppe weniger problematisch, als vor Etappenbeginn befürchtet. Ausgelaugt erreichten wir Sölden auf dem 13. Tagesrang mit 16 Minuten Rückstand auf die Tagessieger.
Start in Sölden Richtung Italien – was mit nur rund 90 Kilometern und 1800 Höhenmetern recht harmlos klingt, war in der Realität am vierten Tag der Rundfahrt nicht ganz einfach. Vom Start weg war das 2509 Meter hohe Timmelsjoch zu erklimmen, bevor eine sehr lange Bergabfahrt bis ins Dorf Tirol folgte. Dort angekommen waren noch diverse kleinere Antiege zu bewältigen, Etappenziel war Naturns, ein wunderschön idyllisches italienisches Dorf. Platz elf in der Tageswertung mit knapp zehn Minuten Rückstand war das Resultat der Hatz in der dritten Verfolgergruppe.

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Das Motto, nach dem die fünfte Etappe donnerstags geplant wurde, lautet: Nach der Königsetappe ist vor der Königsetappe. Denn es stand mit dem Stilfser Joch der höchste Pass der gesamten Tour an. Vom Start in Naturns waren über zweitausend Höhenmeter am Stück zurückzulegen, bis man auf der Passhöhe auf 2757 Meter über dem Meeresspiegel die erste und schwierigste Prüfung des Tages überstanden hatte. Nach verhältnismäßig kurzer Abfahrt folgten die beiden Pässe Foscagno und Passo d'Eira, bevor es hinab ins Etappenziel nach Livigno rollte. Bereits am Stilfser Joch kurz unter der Passhöhe stimmte uns die Wetterlage bedenklich, doch außer wenigen Regentropfen und einem stark bedeckten Himmel blieben wir verschont. Glück hatten wir damit, dass wir uns mit einem weiteren Team in der vierköpfigen dritten Verfolgergruppe befanden. Nachdem ich ca. eineinhalb Minuten vor Robert die Passhöhe des Stilfser Joches erreichte, er mich auf der Abfahrt einholte und wir gemeinsam mit den Schweizer Jungs von Casutt Velos / Felt die letzten beiden Bergauffahrten des Tages bewältigten, erreichten wir das Ziel der 120 Kilometer langen und mit 3600 Höhenmeter gespickten Etappe auf Platz acht mit ca. 13 Minuten Rückstand auf die Tagessieger. Glück deshalb, da nur kurze Zeit nachdem wir das Ziel erreicht hatten, der Himmel nicht weiter gnädig mit den noch auf der Strecke befindlichen ca. 1000 Radsportlern umging. Im Höhenort Livigno auf 1816 Metern über Meereshöhe, einem beliebten Trainingsdomizil vieler Radsportmannschaften, das auch bekannt ist für zollfreie Einkaufsmöglichkeiten, zog ein wirklich unschönes Gewitter auf. Wir hatten die Möglichkeit, Schutz unter dem Zelt der Machaniker von Rose-Versand zu finden; schlechter erging es denen, die zu diesem Zeitpunkt noch am Kulminationspunkt des Stilfser Joches kämpften. Kämpfen musste am Abend nach dieser Etappe auch Robert: Bei der abendlichen Pastaparty, an der alle Athleten teilnahmen, kulinarische Köstlichkeiten der jeweiligen Regionen sowie Unmengen an Pasta speisten, die Siegerehrung der verschiedenen Klassen bejubelten und der minutiös durchdachten Streckenführung Uli Stancius sowohl im Höhenprofil als auch beim virtuellen Flug lauschten, kämpfte Robert mit der Müdigkeit, wie sicherlich viele andere an diesem Abend auch. Doch er erlag im Kampf und schlief tief und fest auf der Bierbank, während das Spektakel im Umfeld tobte.

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Diese Müdigkeit speiste sich nicht zuletzt aus mentalen Quellen, denn – nach der Königsetappe ist vor der Königsetappe – es stand die eigentliche Königsetappe freitags bevor: 180 Kilomter mit knapp 3800 Höhenmeter über fünf Pässe machte diese gar zur Kaiseretappe. Ähnlich der Einfahrt nach der Etappe des Vortages führte der Streckenverlauf im Anschluss an die Flaniermeile durch Livigno über den Passo d'Eira, Passo Foscagno retour, hinab zum Fuße des Gaviapasses, über diesen, dann zum Passo Tonale, ein sehr sehr langes und kraftraubendes Tal hinab bis zum letzten Anstieg des Tages, dem Mendelpass. Nach der Abfahrt vom Mendelpass war dann das Ziel in Kaltern zum Greifen nahe. Zu Beginn der Etappe, schon an der ersten Bergaufpassage kristallisierten sich die bekannten Leistungsdifferenzen im Fahrerfeld in Form der verschiedenen Gruppen heraus. Ich biss die Zähne zusammen und fuhr über den Passo d'Eira, Passo Foscagno bis zur Hälfte des Gavia Passes in der 13 Mann starken Spitzengruppe mit. Dann ließ ich abreisen, um nicht zu überziehen und schloss mich dem deutschen Team Lechwerke an. Mit ihnen erreichte ich die Passhöhe des Gavia-Passes, ca. vier Minuten vor meinem Teampartner Robert. Und das war auch gut so. Denn auf der gefährlichsten Abfahrt der Rundfahrt, die mit extrem schmalen Straßen, schlechtem Straßenbelag, dunklen, kurvenreichen Tunnels und steilen Abgründen wirklich alles zu bieten hatte, konnte ich mir viel Zeit lassen und mich verpflegen, bevor Robert kurz vor dem Passo Tonale zu mir stieß. Kurz nach ihm erreichten uns Peter Brommler und Kai-Uwe Gerstenberger, sowie das Team Casutt Velos / Felt, unsere direkten Konkurrenten im Gesamtklassement. Gemeinsam bewältigten wir den Passo Tonale, die kräftezehrende, vierzig Kilometer lange Abfahrt nach Revo, bis am Mendelpass nur noch Kai-Uwe und Peter folgen konnten. Casutt Velos / Felt hatte Probleme und verlor zu unseren Gunsten bis ins Ziel 2 Minuten im Gesamtklassement. Wir erreichten nach verkorkster letzter Abfahrt meinersteits das Ziel auf einem etwas enttäuschenden 8 Tagesrang mit 20 Minuten Rückstand auf die Sieger. Am Vorabend der letzen Etappe gönnten wir uns auf dem idyllischen Marktplatz in Kaltern ein unglaublich schmackhaftes Eis.

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Die letzte Etappe erschien - mit knapp 103 Kilometern und 1500 Höhenmetern - am Vorabend noch eher als Flachetappe im Vergleich zu dem, was wir bereits hinter uns gebracht hatten. Die Geschichte lehrt jedoch, dass am letzten Tag immer alles anders kommt, als man denkt. So hatten Robert und ich sowohl am ersten Passs, dem Fai della Paganella, als auch am zweiten und letzten der Etappe, dem Passo del Ballino, alle Hände voll zu tun, um den Angriff unserer direkten Konkurrenten im Gesamtklassement zu kontern, den Rückstand auf dem letzten Tagesabschnitt  in Grenzen zu halten, und die Position 7 in der Gesamtwertung zu verteidigen. Mit unmenschlicher Schinderei, vor allem am Fai della Paganella, festigten wir den Gesamtrang trotz mittelmäßigem Tagesergebnis auf Rang 14 mit sieben Minuten und dreißig Sekunden Rückstand auf die Tagessieger.
Nach der Zielverpflegung folgte der Freudensprung in das kühle Nass des Gardasees, den wir uns mit Rang 7 in der Herren- und Rang 9 in der Over-all-Wertung am Ende der Rundfahrt wirklich verdient hatten. Die Abschlußfete stieg im Rahmen einer atemberaubenden Kulisse am Ortsrand von Arco: Von Fels- und Kletterwänden umgeben wurden in freier Natur Sieger geehrt, Organisatoren und Helferteams gedankt, ausgiebig gespeist und die Atmosphäre genossen. Siegertypen hatten wir auch in unseren eigenen Reihen: Vor allem Erwin Hickl und Bernd Hornetz erregten Aufsehen durch ihre extrem starke Fahrweise, die ihnen einen Tag im Leadertrikot, 5 Etappensiege sowie den zweiten Gesamtrang in der Masters-Wertung einbrachte. Rainer Golenhofen und Gunther Zimbelmann konnten mit einem zweiten und zwei dritten Etappenrängen sowie dem vierten Gesamtrang bei den Grand-Masters ihre überaus starke Physis unter Beweis stellen. Kai-Uwe Gerstenberger und Peter Brommler beendeten die Rundfahrt auf einem sehr guten vierten Gesamtrang in der Herrenwertung, den sie durch konstante Leistungen und insgesamt sieben Top-Ten-Tagesplazierungen auf sieben Etappen einfuhren.

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Schlussendlich können wir ein rundum positives Fazit ziehen. Sowohl in sportlicher, organisatorischer, meteorologischer Hinsicht, als auch im Bezug auf den Erlebniswert war die Rundfahrt sehr gelungen. Detailliertere Infos zur Tour, Bilder, Videos, Ergebnisse sowie Berichte findert man unter www.tourtransalp.de.

In sportlicher Hinsicht gelungen ist auch der diesjährige Ötztaler Radmarathon, der inzwischen zum neunundzwanzigsten Mal ausgetragen wurde und sich schon seit langem mit dem Titel der inoffiziellen Radmarathonweltmeisterschaft schmückt. Dies ist insofern verständlich, als dass es in Europa keine vergleichbare derart große Veranstaltung gibt - der Schwierigkeitsgrad des Ötztalers sucht selbst weltweit seinesgleichen. Schwierig machen das Rennen die vier Pässe Kühtai, Brenner, Jaufen und Timmelsjoch. In Addition ergeben sich 5500 Höhenmeter, die es auf einer Gesamtstrecke von 238 Kilometern zu bewältigen gilt. Die Veranstaltung ist für jedermann offen, und auch jeder in den Radsport Vernarrte, der einen der begehrten Startplätze erhält, nimmt teil: Rund 24 000 Radsportliebhaber versuchten dieses Jahr einen Startplatz zu ergattern, ca. 4000 davon wurde ein Startplatz zugelost. Darunter Starter aus 31 Nationen, unter anderem 2500 Deutsche, 813 Italiener sowie 700 Österreicher. In der Spitze des Teilnehmerfeldes kämpfen ehemalige und aktive Straßen- sowie Mountainbikeprofis, hochklassige Amateurradsportler und Marathonspezialisten um die Plätze.
Ich selbst durfte wiederrum Teil der Mannschaft des RSV Concordia Forchheim sein und konnte, um es vorwegzunehmen, auch einen Beitrag zum dritten Sieg der Mannschaftwertung innerhalb der vergangenen drei Jahre leisten. Bis dahin sollte es allerdings ein beschwerlicher Weg sein. Nach dem Startschuss um 6:45 Uhr in Sölden galt es zunächst, Plätze auf der 32 Kilometer langen Abfahrt hinab nach Ötz gutzumachen, bevor mit dem Kühtai der erste schwere Brocken des Tages anstand. Dank der guten Gesamtplatzierung bei der Jeantex-Tour-Transalp konnte ich beim Ötztaler im ersten Startblock mit weiteren 450 Fahrern abfahren, was es leichter machte, relativ weit im Vorderfeld den Kühtai in Angriff zu nehmen. Den Kulminationspunkt erreichte ich mit der ca. 40-köpfigen Spitzengruppe. Es folgte eine Zitterpartie auf der Abfahrt: Nicht wegen der Hochgeschwindigkeitspassagen, auf denen man über 100 km/h erreicht, sondern aufgrund der Eiseskälte. Auf der Passhöhe des Kühtai zeigte das Thermometer gerade einmal -2°C. Das war womöglich auch ein Grund dafür, dass der nachfolgende Brennerpass verhalten gefahren wurde, und sich die Spitze auf  ca. 100 Mann aufstockte. Ich nutzte die Gelegenheit, ausreichend Nahrung aufzunehmen, mich meiner überflüssig gewordenen Beinlinge sowie der langen Handschuhe zu entledigen und ein letztes Mal durchzuatmen. Denn nach der Abfahrt vom Brenner begann am Fuße des Jaufenpass das eigentliche Rennen. Schnell fand ich mich an der Seite eines ortskundigen Mitstreiters aus Innsbruck wieder, der mir physisch minimal überlegen und zudem minutiös mit dem noch Bevorstehenden vertraut war. Ich heftete mich an seine Fersen und ließ bis zur Verpflegung kurz vor der Passhöhe des Jaufen nicht locker. Nachdem Gels, Riegel und Getränke verstaut waren – was Dank den Forchheimer Helferteams, die uns an jedem der vier Pässe mit Stofftaschen, viel Hingabe und Aufopferung versorgten, und denen ein rießengroßes Dabkeschön gebührt, keinerlei Probleme bereitete – konnte ich den geringen Rückstand auf den Österreicher bergab wett machen.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass mein Transalppartner Robert Müller einige Minuten später die Abfahrt vom Jaufen in Angriff nahm. Wie sich später herausstellte, tat er dies trotz bedenklich abgenutzter Reifen, schlecht rollender Laufräder und bereits einsetztender Konzentrationsschwäche im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zwischenzeiten der Ergebnisliste lügen in der Regel nicht, und, will man ihnen demnach glauben schenken, so fuhr Robert die Abfahrt schneller als jeder der anwesenden Radprofis – trotz der genannten, ungünstigen Rahmenbedingungen. Ich selbst war – für meine Verhältnisse – sehr flott unterwegs, fuhr die 56. Zeit bergab und büßte gegenüber Robert damit dennoch eine Minute und neunzehn Sekunden ein.
Zurück zum weiteren Renngeschehen: Begleitet von den Startnummern 32 und 17 nahm ich nun das Timmelsjoch in Angriff. Die Prognosen meiner Mitstreiter (Ich am Fuße des Timmelsjoch: „Hast Du eine Ahnung, wie wir in der Zeit liegen?“ Er: „Ja, perfekt!“ Ich: „Ähm, ok, und was heißt das???“ „Er: So zwischen 7:35 und 7:45h“) sowie deren Startnummern, die nach dem Vorjahresergebnis vergeben wurden, ließen mich hoffen, dass das Rennen ein gutes Ende für mich nehmen würde. Nach guten zwei Dritteln der Auffahrt zum Timmelsjoch, als ich bereits nicht mehr vollkommen Herr meiner Sinne war, musste ich meinen Mitstreiter ziehen lassen und von nun an meinen eigenen Tritt fahren, was mir teils mehr, teils weniger Begleiter einbrachte. Das Tempo gestaltete ich von nun an gemäß einer einfachen Gesetzmäßigkeit: Immer so schnell es möglich ist, ohne dass mich Krämpfe am ganzen Körper außer Gefecht setzen. Die Einhaltung der Gesetzmäßigkeit gelang bis zum letzten Anstieg, der Gegensteigung nach dem ersten Teil der Timmelsjochabfahrt, hinauf zur Mautstation. Dort krampften meine Oberschenkel heftigst. Zu meiner Rettung fand ich mich zu diesem Zeitpunkt in einer Drei-Mann-Gruppe wieder, mit der ich die letzten Kilometer nach Sölden, die alles andere als gut rollten, bewältigen konnte. Direkt nach der Zieldurchfahrt zeigte die Zeitmessung 7 Stunden, 40 Minuten und 17 Sekunden. Platz 32 gesamt und 20 in der Herrenwertung, wie ich später erfahren sollte.
Damit habe ich mir getreu dem Motto der Veranstaltung „Ich habe einen Traum“ meinen eigenen Traum erfüllt. Beim Blick auf die Ergebnisliste wird klar, dass dieser Platz sowie die Zeit mich zufrieden stellen sollten. Mit einer etwas zügigeren Bewältigung des Brennerpasses wäre eine Zeit um die 7:35 Stunden durchaus möglich gewesen. Die gute Einzelplatzierung bedeutete zudem Platz 5 in den Reihen der Forchheimer, womit ich als letzter gewerteter Fahrer der Teamwertung einen Beitrag zum Sieg der Mannschaft leisten konnte.
Der Ötztaler Radmarathon ist trotz – oder gerade wegen – der unmenschlichen Qualen, die es zu überwinden gilt, ein herausragendes Radrennen. Mit Informationen jeglicher Art rundum versorgen kann man sich auf www.oetztaler-radmarathon.com. Interessante Berichte über das Abschneiden und Erleben der für den RSV Concordia Forchheim gestarteten Teilnehmer – an der Zahl beachtliche 50, von denen alleine 10 unter acht Stunden finishten, was großartig ist und zugleich der Grund, weshalb ich nur auf meine Wenigkeit in diesem Bericht eingehen konnte, da alles andere den Rahmen sprengte – stehen auf www.rsv-forchheim.de zur Lektüre bereit.



Highlights der Saison 2008


Der nachfolgende Bericht – erschienen als Vereinsnachrichten des „RV Germania Forst“ im Mitteilungsblatt der Gemeinde Forst – fasst die sportlichen Ereignisse der vergangenen Monate bündig zusammen:

Markus Reichert zeigt kontinuierlich solide Leistungen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen

In den vergangenen zwei Monaten standen für unseren Amateur-Lizenzfahrer Markus Reichert mit der Deutschen U23-Straßenmeisterschaft, der Deutschen Bergmeisterschaft, mehreren U23-Bundesligawettkämpfen und der „Internationalen Main-Franken-Tour“ die sportlichen Höhepunkte der Rad-Saison 2008 auf dem Programm.
Bereits Mitte Mai präsentierte sich Markus mit ansteigender Form bei der Tour dès Vallées Côte d’Azur, einer dreitägigen Rundfahrt in den französischen Seealpen hinter Nizza. Auf der ersten Etappe durch Defekt gehandikapt, arbeitete er sich auf den darauffolgenden der insgesamt vier Etappen stetig nach vorne. Vor allem durch eine starke Vorstellung in der Spitzengruppe auf der letzten und gleichzeitig schwersten Etappe reichte es zum siebten Platz im Gesamtklassement, dem zweiten Platz in der U23-Gesamtnachwuchswertung und mehreren Etappenplatzierungen unter den Top Ten.
Bei der sogenannten Harz-Rundfahrt am 18.05.2008 - einem U23-Bundesligarennen über 158 Kilometer durch den Harz um Wernigerode - konnte der 22-jährige Student mit seinem 47. Platz unter 143 gestarteten Fahrern einen wertvollen Beitrag zur Platzierung seines Teams PZ-Racing - Endspurt Mannheim in der Tagesmannschaftswertung leisten.

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Die Deutsche Bergmeisterschaft, ausgetragen am 01.06.2008 in Untergriesbach nahe Passau, hätte für Markus ohne einen Defekt in der 2. Runde durchaus noch besser als mit dem respektablen 52. Platz enden können.
Absoluter sportlicher Höhepunkt der Saison war sicherlich die Deutsche Straßenmeisterschaft der U23-Radsportler am darauffolgenden Sonntag, den 08.06.2008. Die extrem anspruchsvolle Strecke dieser nationalen Titelkämpfe verlangte den Fahrern alles ab. Den 181 Kilometern und über 3600 Höhenmetern in neun Runden durch den Odenwald um Heiligkreuzsteinach mit Start und Ziel in Lorsch stellten sich die 180 besten deutschen Nachwuchsfahrer, davon etwa die Hälfte Profis. Lediglich 71 Fahrer  konnten am Ende das Ziel erreichen. Mit einer kämpferisch starken Leistung fuhr Markus bei schwül-warmem Wetter als sehr guter 51. über die Ziellinie, glücklich den Kampf hinter sich gebracht zu haben und überhaupt durchgekommen zu sein.
Über drei Etappen und rund 450 km erstreckte sich die vom 20. bis 22. Juni 2008 ausgetragene „Internationale Main-Franken-Tour“ - eine U23-Rundfahrt - topographisch sehr anspruchsvoll durch die bayrische Rhön in der Umgebung von Schweinfurt, Mellrichstadt und Bad Kissingen. Hierbei konnte Markus dem Mannheimer U23-Team „PZ-Racing“  mit seinem 56. Platz im Gesamtklassement zu einem hervorragenden 11. Platz in der Gesamtmannschaftswertung verhelfen. Die sportliche Qualität dieser Leistung wird beim Blick auf das gestartete Fahrerfeld deutlich; so waren insgesamt 156 Fahrer aus 26 Mannschaften vertreten, darunter Nationalteams aus den Niederlanden, der Ukraine, der Schweiz und Österreich sowie deutsche Profimannschaften, die den Status des Kontinental-Teams inne haben. Lediglich 74 Fahrer erreichten das Ziel. Das PZ-Racing-Team Endspurt Mannheim muss in diesem Starterfeld als Underdog bezeichnet werden. Umso imponierender die Mannschaftsleistung mit Platz neun bei der letzten und schwersten Etappe, als alle drei gewerteten Fahrer – darunter auch Markus – zeitgleich mit dem Sieger die Ziellinie überfuhren.
Den vorläufigen Abschluss der Serie der schweren nationalen und internationalen Straßenradrennen bildete am 29.06.2008 die Erzgebirgsrundfahrt, das schwerste U-23-Bundesligarennen. Über 170 km führte eine große Schleife um Chemnitz und Annaberg durch das Erzgebirge. Flache Streckenabschnitte suchte man dabei vergeblich, das Rennen erreichte annähernd das Schwierigkeitsniveau der Deutschen Meisterschaft. Markus erzielte einen sehr guten 47. Platz.
Die kontinuierlich guten Ergebnisse der Monate Mai und Juni 2008 sind der verdiente Lohn der harten Aufbauarbeit der vergangenen Jahre. Mit etwas Glück wären noch bessere Ergebnisse möglich gewesen.“

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Tour dès Vallées Côte d’Azur 2008

Am vergangenen Pfingstwochenende sind wir unsere erste Rundfahrt der Saison 2008 gefahren. Die Tour dès Vallées Côte d’Azur führte uns auf 4 Etappen an drei Tagen durch die französischen Seealpen hinter Nizza.
Nach der langen Anreise mit vielen Staus am Freitag und einer Übernachtung im Etap Hotel erreichten wir samstags den Start- und Zielort der Rundfahrt, Andon. Er liegt in knapp 1200 Metern über Meereshöhe auf einem Hochplateau, 50 km nördlich von Cannes – dort konnten wir bei einem kurzen Stopp den Aufbau der Filmfestspiele beobachten. Die Umgebung bietet landschaftlich reizvolle und topographisch anspruchsvolle Strecken für eine Rundfahrt. Untergebracht war unser Team mit Christoph Hench, Robert Müller, Tim Hortig, Alexander Polak, Michael Neugebauer, mir sowie den Betreuern Klaus Jesse und Monika in einem leerstehenden Internat.

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Bei der ersten Etappe über 85 km sicherte sich Robert den zweiten Tagesrang, Christoph fuhr auf Platz 6. Ich erreichte das Ziel gehandicapt durch eine lange Aufholjagd nach einem Vorderraddefekt im Hauptfeld kurz hinter der Spitze auf Platz 20. Beim Zeitfahren am darauffolgenden Sonntagvormittag konnte Robert eine gute Leistung realisieren und verlor dadurch nur einen Platz im Gesamtklassement, das bei der zweiten Halbetappe am Nachmittag nochmals kräftig durchmischt wurde. Ich musste mein missglücktes Zeitfahren ausbügeln und arbeitete mich mit einem 9. Rang auf der 85 km langen Etappe, deren Rennverlauf geprägt wurde durch einen 6 km langen Anstieg kurz vor dem Ziel, in der Gesamtwertung weiter nach vorne. Christoph sicherte sich das Sprinttrikot und Robert verteidigte Rang 3 im Klassement. Die letzte Etappe am Montag beinhaltete einen 6km langen Berg, der zweimal gefahren wurde. Neben der sehr anspruchvollen Strecke machten allen Fahrern die nassen Straßen und die Kälte zum Start um 8:30 Uhr zu schaffen. Trotz der widrigen Bedingungen konnten Robert und ich in der siebenköpfigen Spitzengruppe mit über 2min Vorsprung das Ziel erreichen. Robert wurde erneut Tageszweiter, ich rollte nach missglückter Attacke als letzter der Gruppe durchs Ziel.

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Insgesamt verlief die Rundfahrt sehr positiv. So konnten wir folgende Platzierungen einfahren: Robert gewann als Gesamtdritter der Rundfahrt die U23 Nachwuchswertung und somit das weiße Trikot, ich fuhr auf den 7. Rang gesamt und wurde zweiter der U23 Nachwuchswertung, Christoph wurde 9. gesamt und vierter der U23 Wertung, trug einen Tag das Sprinttrikot, Michael wurde 26. gesamt und damit 3. der Juniorenwertung, Tim 46. und Alexander 61. der Gesamtwertung. 76 von insgesamt 108 gestarteten Fahrern erreichten das Ziel. Genauere Infos und Ergebnisse der Rundfahrt kann man auf www.fsgtcyclisme06.com finden.
Mit einigen Pokalen und Trikots im Gepäck und vielen wunderschönen Eindrücken aus der landschaftlich reizvollen Gegend an der Côte d’Azur  machten wir uns dann am Montagnachmittag auf die Heimreise. Vorbei an San Remo, durch Italien und die Schweiz sahen wir unsre Heimat gegen 2 Uhr nachts. Besonderer Dank gilt unserem sportlichen Leiter Klaus Jesse und unsrer Betreuerin Monika, die uns sehr gut unterstützt haben sowie Alexander, der die Rundfahrt dem Team vermitteln konnte.



Mallorcatrainingslager 2008


Nach längerer Pause gibt’s jetzt wieder ein Lebenszeichen von mir. In den letzten Wochen war ich ziemlich beschäftigt mit dem Studium – Klausurvorbereitung, Tutoriate, Hausarbeiten - und hatte keine Zeit mich hier zu Wort zu melden.
Im Moment befinde ich mich auf der sonnigen Baleareninsel Mallorca und radle mit meinen Teamkollegen vom Endspurt Mannheim. Mit dabei sind Christoph Hench, Robert Müller, Phil Herbst, Christian Harthan, und Paul Stubert, der leider heute - bedingt durch sein Studium - schon abreisen musste. Seit Freitag und bis morgen sind noch Klaus Jesse und seine beiden Söhne David und Immanuel zu uns gestoßen.

Mallorca 2008

Nachdem wir uns am Anreisetag letzten Sonntag zunächst abends den Magen beim reichhaltigen Buffet des Hotel Hispania in Arenal vollgeschlagen hatten, begann am Montag der Trainingsalltag. Los ging’s mit einer fünfeinhalbstündigen Ausfahrt. Am Dienstag folgten 6,5 Stunden Training mit Krafteinheiten am Berg hinauf zum Kloster Cura. Nach der siebenstündigen Fahrt mittwochs konnten wir den wohlverdienten Ruhetag genießen. Wir fuhren donnerstags mit unsren Rädern von Arenal nach Palma und machten einen Stadtbummel der ganz anderen Art. Mit dem Rennrad kann man recht bequem durch die Fußgängerzone rollen und in kurzer Zeit viel sehen – nur leider keine Geschäfte von innen.
Der zweite Trainingsblock begann mit weiteren Krafteinheiten, diesmal am Berg San Salvador. Bei der dritten und letzten Erklimmung verlor Robert eine seiner Speichen am Hinterrad und konnte nicht weiter fahren. Zwar waren wir ca. 50 Kilometer von unsrem Hotel entfernt, doch dank der zahlreichen deutschen Touristen auf Mallorca fand sich bei San Salvador ein Ehepaar, das ebenfalls im Hotel Hispania logiert und Robert samt Rad mit dem Auto mitnehmen konnte. Samstag fuhren wir lange und zügig bei erstmals starkem Wind und leichter Bewölkung.

Mallorca 2008

Gestern stand das erste Rennen der Saison 2008 an. Start war direkt in Arenal, der Kurs führte zweimal nach LLuc Major über 131 Kilometer und ca. 800 Höhenmeter. Obwohl das Rennen auch dieses Jahr mit dem Kontinentalteam Milram, der deutschen Bahnnationalmannschaft, vielen spanischen Teams, Olaf Pollack und anderen Spitzenfahrern gut besetzt war, war das Renntempo gleichmäßig und aufgrund der guten Wetterverhältnisse mit über 20°C und wenig Wind nicht ganz so anspruchsvoll wie vergangenes Jahr. Ein großes Lob verdient hat sich Christan, der seit drei Jahren kein Radrennen mehr gefahren war und das Rennen bis wenige Kilometer vor dem Ziel gut meisterte. Der Rest unseres Teams konnte das Rennen im Hauptfeld oder kurz dahinter – aufgrund eines Staus verursacht durch einen Massensturz wenige Meter vor dem Ziel – beenden. Gewonnen hat Robert Bartko vor Grischa Janorschke.
Heute haben wir unseren zweiten Ruhetag und beschäftigen uns nach einer kurzen Ausfahrt mit Berichten für die Homepage, Arbeiten fürs Studium, Einkaufen, Waschen und was man sonst noch alles zu erledigen hat. Die nächsten vier Tage werden wir noch nutzen um alle Teile der Insel kennen zu lernen, die wir bis jetzt noch nicht zu Gesicht bekommen haben.
Am Freitagabend fliegen wir zurück nach Deutschland. Dort warten einige Hausarbeiten auf mich, die fertig gestellt werden wollen und Klausurstoff, der in meinen Kopf rein soll…



Statistisches Resümee der Saison 2007

Heute möchte ich eine kleine Statistik der vergangenen Saison 2007 online stellen. Sie bezieht sich auf den Zeitraum vom 1.11.2006 bis zum 31.10.2007 – also genau ein Jahr mit 365 Tagen. Enthalten sind einige, so meine ich, interessante Zahlen, die verdeutlichen, was alles in einer Saison passiert. Da ich persönlich ein Freund von Zahlen und Statistiken bin, besonders wenn es dabei ums Training geht, hatte ich schon länger vor, das letzte Jahr in dieser Weise Revue passieren zu lassen. Mein Teamkollege Christoph Hench hatte die gleiche Idee und war mit der Umsetzung deutlich schneller als ich. Wie man unschwer erkennen kann habe ich sein Layout gestohlen – ich hoffe Du nimmst es mir nicht allzu übel Christoph ;-)
Trotzdem sind die Zahlen natürlich ganz andere und teilweise aus einer anderen Perspektive. So bin ich vergangene Saison mit dem Leistungsmessgerät „ergomo pro“ gefahren und habe fast alle Trainings –und Wettkampffahrten aufgezeichnet. Auch aus diesen Daten sind Zahlen eingeflossen.
Hinter jeder Zahl steht natürlich eine Geschichte, und wenn man sich über die Zahlen Gedanken macht wird man immer neugieriger. So bin ich dieses Jahr ca. 28 000 km auf dem Rennrad unterwegs gewesen, d.h. ich habe zwei Drittel des Erdumfangs in einem Jahr zurückgelegt. Der höchste von dem „ergomo pro“ Messgerät aufgezeichnete Energieumsatz bei einem Radrennen entstand auf der 188 km langen fünften Etappe der Türkei Rundfahrt, bei der das Rennen aufgrund schlechter Straßenverhältnisse und der etlichen Höhenmeter 5h38min dauerte. Hier waren es 4867 Kilojoule Arbeit. Rechnet man das in Kilowattstunden um, kommt man auf ungefähr 1,35 kWh. Mit dieser Energie kann man ca. 5 Tage lang einen Kühlschrank betreiben, 2 Tage eine Waschmaschine oder einen Trockner bei durchschnittlicher Nutzung. Oder einen Desktopcomputer 8 Stunden am Stück. Diese erbrachte Energie erscheint so ausgedrückt für jemanden, der schon einmal Radrennen gefahren ist und sich dabei richtig gequält hat, nicht sehr hoch. Betrachtet man allerdings den Energieverbrauch bei der Etappe, so kommt man auf über 6000 Kilokalorien. Addiert man dann noch den Tagesbedarf, so wird schnell bewusst, was die Belastung für den Körper bedeutet. Man muss um 8000 Kilokalorien zu sich zu nehmen – was man an diesem Tag verloren hat – ca. 5,6 Kilogramm gekochte Nudeln essen. Damit deckt man den vierfachen Tagesbedarf eines durchschnittlich arbeitenden erwachsenen Mannes. Bei allen Radrennen 2007 hat das ergomo eine Gesamtleistung von umgerechnet 33,5 kWh aufgezeichnet. Damit kann ein durchschnittlicher bayrischer Haushalt mit 3-4 Personen seinen Haushaltsstrombedarf für ca. 4 Tage decken.
Natürlich sind diese Überlegungen oft weit weg von der Realität, dennoch sind es interessante Gedankenspiele. Hier die komplette Statistik…

1          Sieg beim Rennen in Merdingen
2          Stunden bei Leistungsdiagnosen
2          Stunden Schaf am 29.12.2007
2,5       Stunden lang war ein Radrennen im Schnitt
3          Mal auf dem Podium
4          gefahrene Rundfahrten (Türkei, Tschechien, Main-Franken, Brandenburg - davon erstere beiden beendet)
4,1       Stunden Training am Tag im Schnitt (bei 270 genutzten Trainingstagen)
5          Stunden Schwimmtraining
7          Platzierungen unter den Top Ten
8,15     Stunden Schlaf pro Tag im Schnitt
8,5       längste Trainingseinheit (233km) am 6.01.2007
11        Stunden Streching und Gymnastik
12        Stunden Lauftraining
13        Stunden Schlaf am 25.04.2007
14        Mal über 200 Kilometer im Training oder Wettkampf gefahren
16,75   Minuten zur Erklimmung der Kalmit (Pfalz) am 2.5.2007
17        Minuten zur Erklimmung des Königstuhls (Heidelberg) am 12.6.2007
22,8     Stunden Training pro Woche im Schnitt (bei 48 genutzten Trainingswochen)
23        Platz in der Gesamtwertung der Tschechienrundfahrt
25        Kilometer Radtraining im Spitzenbereich
25        Stunden Radtraining auf der Rolle
27        Tage Trainingslager gesamt (LEstartit/Spanien und Mallorca)
32,5     Kilowattstunden erbrachte Arbeit in der Summe bei allen Radrennen 2007
33        Platz in der Gesamtwertung der Türkeirundfahrt
40,88   km/h Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeit bei allen Rennen 2007
55        Renntage
57        Radrennen
65        Stunden Training im Kraftraum
73,98   Kilogramm Körpergewicht im Schnitt (abends gewogen)
77        Kilometer im Schnitt pro Tag auf dem Rad (bei 365 Tagen)
91,4     km/h Maximalgeschwindigkeit beim Bundesligarennen in Chemnitz
94        Stunden allgemeine Trainingszeit (außer Radtraining)
95        Ruhetage (inkl. Pause Oktober)
97        Kilometer Krafttraining mit dem Rad
104      Kilometer im Schnitt pro Tag auf dem Rad (bei 270 genutzten Trainingstagen)
117      Kilometer Radtraining hinter dem Auto
120,7   Starter bei allen Radrennen im Schnitt
132      Stunden Radrennen gesamt
157      Kilometer Radtraining im Entwicklungsbereich auf bergiger Topografie
164      Herzfrequenz im Gesamtdurchschnitt bei allen Rennen 2007
181      Herzfrequenz im Durchschnitt beim Rennen in Schwarzenholz (Saisonrekord)
207      Kilometer Radtraining im Grundlagenbereich II
233      Kilometer maximale Trainingsdistanz am 6.01.2007
248      Kilometer Radtraining im Entwicklungsbereich auf flacher Topografie
267      Stunden Autofahrten - zu Wettkämpfen, Training, Trainingslager,…
270      Tage Training
300      Starter beim Radrennen in Geislingen (AB und C Klasse)
329      Watt Dauerleistung beim Rennen in Einhausen (Saisonrekord)
338      Minuten Rennen auf der 5. Etappe der Türkei (Saisonrekord)
387      Watt Maximalleistung beim 20 Watt Stufentest Anfang Februar
429      Watt Durchschnittsleistung bei Königstuhlzeitfahren in 17 Minuten am 12.06.2007
988      Rennkilometer in der 19. Kalenderwoche (Türkei RF - Jahresrekord)
1094    Watt Maximalleistung beim Rennen in Schwarzenholz
1094,5 Trainings -und Wettkampfstunden 2007
1163    Kilometer (Training + Wettkampf) in der 9. Kalenderwoche (Jahresrekord)
1295    Rennkilometer im Monat Mai (Jahresrekord)
1529    Kilometer Radtraining im Kompensationsbereich
2343    Kilometer pro Monat im Schnitt
2866    Höhenmeter beim Bundesligarennen in Chemnitz
2974    Stunden Schlaf gesamt
3017    Kilometer im Januar (Jahresrekord)
4500    Kilometer An -und Abreise zur Türkei Rundfahrt
4867    Kilojoule erbrachte Arbeit auf der 5. Etappe der Türkeirundfahrt
5487    Rennkilometer
6500    Flugkilometer
8231    Höhenmeter insgesamt bei der Tschechienrundfahrt
10142  Höhenmeter insgesamt bei der Türkeirundfahrt
18738  Kilometer Autofahrten - zu Wettkämpfen, Training, Trainingslager,…
20005  Kilometer Radtraining im Grundlagenbereich
25238  Kilometer Flüge + Autofahrten - zu Wettkämpfen, Training, Trainingslager,…
28118  Jahreskilometer auf dem Rennrad (inkl. Wettkämpfe)



"Rovner Vysocina" - TschechienRundfahrt 2007


In den vergangenen 12 Tagen habe ich wieder einmal  einige Stunden auf Autobahnen und in Kraftfahrzeugen verbracht. Als Belohnung dafür gabs aber auch viel zu erleben und zu erfahren.
Zunächst war da die Tschechien Rundfahrt vom 2. bis 5. August, die Rovner Vysocina 2007 (www.sweb.cz/vysocinatour), bei der wir vom Endspurt Mannheim mit den Fahrern Christoph Hench, Robert Müller, Tobias Rupp, Markus Jahn und mir vertreten waren. Als Betreuer waren mein Vater und Karel – der Freund von Klaus Tochter, der Tscheche ist – mit dabei. Später kam Klaus nach, der sich zu Beginn der Rundfahrt noch auf einer Elsass Tour befand. Wir reisten bereits am Mittwoch an, rollten uns ein wenig ein und bezogen unser Quartier, eine Handelsschule mit Vierbettzimmern und Kantine. Das Gebäude wurde zu unsren Ungunsten renoviert, d.h. wir jeden morgen pünktlich kurz vor 6 Uhr von den Bauarbeitern aufgeweckt.

Tschechien


Die erste Etappe startete donnerstags um 13 Uhr auf einem Rundkurs bei Nove Mestro. Der Kurs war 11-mal zu umfahren und die Gesamtdistanz betrug 132km bei beachtlichen 1800hm und einem noch viel schlimmeren Wind. Nach dem entscheidenden Anstieg des Rennens ging es immer wieder auf der Windkante zur Sache und so löste sich schnell eine 10 Mann Spitze. Zur Mitte des Rennens konnte ich die zweite Gruppe, die etwa 20 Mann zählte, erwischen und das Rennen auf Platz 24. mit „nur“ knapp 5 Minuten Rückstand beenden.
Am Start bei der Rundfahrt waren 68 Fahrer aus 14 Mannschaften. Mit dabei neben unsrem die deutschen Teams notebooksbilliger.de, Akud Rose und Fahrer vom VC Regensburg. Leider auch dabei war das beste Tschechische Team Whirlpool, mit Rene Anderle (letztjähriger Gesamtsieger der Rundfahrt), den man auf Platz 2 der Fuentes Liste zusammen mit Fahrern wie Jan Ullrich findet. Dieser erwies sich als Kasper auf dem Rad, der Doping als ganz normale Sache ansieht und sogar nicht davor zurück schreckt, sich über das seiner Meinung nach langsame Rennen lustig zu machen und Robert und mich wegen unsres Anti-Doping Aufklebers von Cleanrace auf dem Rad zu verspotten und auszulachen. Damit wäre dann auch erklärt, wieso Whirlpool alle Etappen dominierte und in der Endabrechnung den Sieger stellte sowie weitere 3 Fahrer unter den ersten 10 hatte.

Tschechien

Tschechien

Zur zweiten Etappe. 4 Runden mit einer Gasamtdistanz von 125km und 2400hm und keiner flachen Passage – Berge soweit das Auge reicht. Die ersten Runden wurden zum Glück recht ruhig gefahren und das Feld blieb bis auf eine 5 Mann Spitze geschlossen. In der letzten Runde löste sich eine 7 Mann Gruppe, die ich knapp verpasste. Das Ziel erreichte ich dann zusammen mit Robert, der 17. wurde, in der nächsten Gruppe mit 8 weiteren Fahrern.
Am dritten Tag standen zwei Halbetappen auf dem Programm. Zunächst waren 97km am Vormittag zu bewältigen. Das klingt leichter als es war. Der Startschuss fiel und mit ihm folgte die erste Attacke. Das komplette Rennen über war Zug im Feld, bergauf wurde attackiert, bergab teilte sich das Feld auf einer schrecklichen Windkante ständig in neue Gruppen. Alles in allem war diese Etappe eine einzige Quälerei bei der ich zusammen mit Robert mit dem ersten Hauptfeld das Ziel sah. Tobias befand sich in der Spitze und schaffte einen 13. Platz! Bei dieser Etappe musste Christoph leider aufgeben, er erhält aber auf jeden Fall den Preis des kämpferischsten Fahrers der Rundfahrt – seit dem ersten Tag quälte er sich Tag für Tag durch die Etappen mit einem Magen-Darm-Infekt und kämpfte gegen diesen und die Karenzzeit. Auch Markus Jahn beendete die Rundfahrt nach der Etappe mit Husten. Am Mittag folgte das 18km lange Zeitfahren, bei dem keine flache Passage inbegriffen war. Dafür viel Seitenwind. Tobias wurde 15. Ich begnügte mich mit einem hinteren Rang ;-).
Das Beste zum Schuss dachte sich wohl der Veranstalter bei der Streckenwahl des letzten Tagesabschnitts: 160km mit 2600hm in 4 Runden. Nur gut, dass sich das Tempo nach zwei schnellen ersten Runden mit vielen Attacken mäßigte und erst in der letzten Runde die noch im geschrumpften Hauptfeld verbliebenen Fahrer sich auseinander fuhren. Ich rollte auf  Platz 29 ein, was in der Gesamteinzelwertung einen ganz akzeptablen 23. Platz bedeutete. Tobias wurde insgesamt 27., Robert 36.



"43. Presidential Cycling Tour" - TürkeiRundfahrt 2007

Nach den Rennen Hassloch und Rheinstetten am Sonntag vor zwei Wochen und Offenbach am 1. Mai, die für mich weniger erfolgreich verliefen – ich habe trotz sehr aktiver Fahrweise immer die entscheidende Gruppe verpasst – stand die Türkei Rundfahrt, die „43. Presidential Cycling Tour“ auf dem Programm. Los ging’s Samstagnachmittag am Flughafen in Frankfurt zusammen mit unsrem Teamchef Klaus Jesse, dem Betreuer Michael Herbst sowie den Fahrern Immanuel Jesse, Phil Herbst, Christoph Hench, Robert Müller, mir und 6 Radkartons. Leider hatte sich Simon Groth, der 6. Mann der Mannschaft, sonntags zuvor das Schlüsselbein gebrochen und konnte daher nicht mitkommen. An dieser Stelle Gute Besserung Simon! Bevor der Flieger abhob gab’s zunächst noch die neue Teamkleidung für alle – so ein Tag ist für Radsportler dann immer vergleichbar mit Weihnachten, besonders wenn das Design und die Passform der Kleidung so genial sind wie die unsrer.
In Izmir angekommen wurden wir – natürlich mit viel zu kleinen Verkehrsvehikeln -  zum fünf Sterne Hotel Princes gefahren. Dort erwartete uns das erste türkische Abendessen, und, was viel interessanter war, die „Tour-Bibel“. Zur Erklärung: Dies ist ein Heft im DIN A5 Format wie man es von deutschen Radrennen her als Starterliste kennt. Allerdings befinden sich in der „Tour-Bibel“ neben den genannten Mannschaften und Nationen der Fahrer auch noch die Höhenprofile der einzelnen Etappen, das Reglement, die Preisgelder usw. Da steht geschrieben, was uns erwartete. Nämlich 989,95 Rennkilometer in 7 Tagen, Etappen zwischen 90 und  190 km Länge, Fahrer aus 26 Ländern, verteilt auf 15 Mannschaften, davon 7 Nationalmannschaften (Iran, Türkei (A-und B-Mannschaft), Bulgarien, Serbien, Aserbaidschan, Georgien), insgesamt 85 Starter, jeden Tag ein anderes Nobelhotel mit faszinierendem Buffet, viel Schinderei bei teilweise 35°C im Schatten und ganz viele Erfahrungen und Erlebnisse.

Ankunft

Sonntags fand nach gemeinsamem Training mit der türkischen Nationalmannschaft und der damit verbundenen Erfahrung, dass es in der Türkei keine Verkehrsregeln, sondern nur Vorschläge zum Verhalten im Straßenverkehr, wie z.B. rote Ampeln gibt, der Prolog über 2 km auf einer Autorennstrecke statt. Immanuel fuhr dabei als 20. für uns ins Preisgeld. Und alle, die sich über verlorene Sekunden ärgerten, sollten die darauf folgenden Tage eines Besseren belehrt werden.
Die erste Etappe führte über 90 km von Izmir nach Kusadasi, war wellig und es wurde richtig schnell Rad gefahren – die Iraner gaben das Tempo über die Wellen 20km vor dem Ziel und gegen den uns immer begleitenden Gegenwind vor und machten einigen das Leben schwer. Ich versuchte mich in einer Attacke 5km vor Schluss, wurde jedoch kurz vor der Abfahrt zum Ziel wieder geschluckt. So rollte ich dann im Feld ins Ziel. Die anderen unsrer Mannschaft hatten v.a. Nachteile durch unzureichende Kenntnis der Zielanfahrt – da wäre mehr drin gewesen, auch für Immanuel, der leider Defekt hatte.

Tag1

Auf der 2. Etappe über 165 km von Kusadasi nach Bodrum waren die ersten Berge mit Höhendifferenzen bis zu 300hm zu bewältigen, bevor es dann mit 80 km/h wieder abwärts Richtung Ziel ging, wo Robert und Christoph sich Plätze unter den ersten 20 sicherten. Nachdem es bereits nach 40 km auf der Windkante das ganze Feld zerlegt hatte und auch drei Ausreißer einen Vorsprung von teilweise über 5 Minuten erarbeitet hatten, lief aufgrund des starken Windes doch wieder ein Hauptfeld zusammen, in dem ich auch ins Ziel fuhr. Motivierend waren die Kinder einer Schule, die eine Pause machen durften um uns am Streckenrand zuzujubeln. Abends logierten wir in einem Hotel mit Bauchtanzattraktionen, türkischem Bazar und Musik bis weit in die Nacht, was das Schlafen beschwerlich machte und die Regeneration nicht gerade förderte.
Die gleiche Streckenlänge wie tags zuvor hatte die 3. Etappe, jedoch war sie mit knapp 2500 hm und einem 8 km langen, sowie mehreren etwas kürzeren Bergen eine der beiden Königsetappen. Der Startschuss fiel (d.h. es wurde einem ins Ohr mit der Trillerpfeife gepfiffen wie immer in der Türkei bei Radrennen ;-)) und nach dem Motto „Auf die Plätze, fertig, los!“ löste sich direkt nach dem Start am ersten Anstieg eine 15 Mann Gruppe, die bis zum ersten Berg bei km 55 einen Vorsprung von sagenhaften 7 Minuten hatte. Das sollte aber nicht so bleiben. Die Iraner machten am ersten 3 km langen Anstieg Druck und zerlegten das Feld. Dabei verlor ich kurz vor dem Kulminationspunkt den Anschluss an die Spitze. Es folgte die Abfahrt und der 8 km lange Berg, an dem 8 Mann zur der auf 12 Mann dezimierten Spitze auffuhren. So waren jetzt alle Mann des Teams Lassa mit vorne und die meisten Iraner. Ich fand mich zusammen mit Robert in der 2. Gruppe wieder, oben am Anstieg mit 5 Minuten Rückstand. Nach und nach konnten wir noch einige Fahrer von vorne aufsammeln, so den Träger des gelben Trikots und den des blauen. Allerdings war unsere Gruppe so träge, dass wir im Ziel, das ich als 29. erreichte, noch einiges an Rückstand kassiert hatten. Das in Mamaris auf einer Anhöhe an der Küste gelegene Hotel verschaffte uns Eindrücke über die landschaftlichen Reize der Türkei.

Tag2

Tag5

Die vierte Etappe war nur 130 km  lang, es ging jedoch ständig berauf –und natürlich wieder ab. Die erste Hürde, die Bergwertung nach bereits 6km von Start weg, an der das Feld nur noch ca. 35 Mann groß war, überstanden wir alle gut. Ab km 90 machten die Fahrer des Teams Lassa wieder ernst und attackierten ständig das gelbe Trikot. So bildeten sich wieder Gruppen. Ich verlor 10km vor dem Ziel an der letzten Steigung den Anschluss an die Spitze, und kam dann mit einer guten Minute Rückstand an. Robert und Christoph konnten unter die ersten 20 fahren. Die Hotelanlage beeindruckte uns am meisten von allen, die wir innerhalb dieser Woche zu sehen bekamen. Nach einer Fahrt über Schotterpisten ins ungewisse sahen wir die weitläufig verstreuten Appartements eingebunden in ein „Urlaubsparadies“ mit Einkaufsstraße, Cafes, Theater, Strand mit allen erdenklichen Wassersportmöglichkeiten vom Schnorcheln bis zum Jetski fahren, Animationsprogramm und einem faszinierenden Buffet. Dort wären wir am liebsten geblieben – ohne Rad versteht sich ;-)

Tag6

Aber am nächsten Tag führte uns eine 189km lange Etappe mit 2000 hm und einem 8km langen Berg von Fethiye nach Finike. Ich attackierte vor dem langen Anstieg und hoffte genügend Vorsprung herausfahren zu können, um mit der Spitze bis zum Gipfel zu kommen. Aber gegen die Übermacht der Iraner war nichts zu machen und so fuhren Robert und ich wie gewohnt in der 2. Gruppe, die richtig gut lief und in der man sich immer noch gegenseitig attackierte als 33. und 35. ins Ziel.
Hektisch war es am darauf folgenden Tag, da wir 35 km mit Bussen vom Hotel zum Start gebracht wurden. Unsere Räder wurden einfach auf einen Baustellen LKW aufgeladen und es ist mir immer noch ein Rätsel wie diese bei den schlechten Straßen, den Bodenwellen und dem unangepassten Fahrstil unbeschadet überleben konnten. Es ging dann wie immer mit Gegenwind und auf dem extrem rauen Asphalt über einen lang gezogenen Anstieg von 600hm 115 km bis nach Antalya. Ich gewann den Sprint des Feldes und fuhr als 22. ins Ziel.
Die letzte Etappe war ein vollkommen flaches Windkantenrennen über 135km nach Alanya. Robert und Immanuel wurden 12. und 13., ich kam irgendwo dahinter auch im Feld rein. Nach der Etappe folgte das obligatorische Baden im Hotelpool, bei dem uns die Hotelgäste wegen unsrer Sonnenränder ungläubig anstarrten. Beim Einpacken der Räder in die Kisten für den Flug trafen wir noch Wolfram Lindner, der Nationaltrainer der Iraner und erhielten ungeahnt viel Lob – wir waren die jüngste Mannschaft der Rundfahrt und daher hätte er erwartet, dass wir spätestens nach der 3. Etappe einer solchen Rundfahrt alle aufgegeben hätten. Anschießend wurden wir wieder mit einem viel zu kleinen Bus, der Packkunst mit den vielen Radkisten und Taschen erforderte, zum falschen Terminal am Flughafen gebracht. Es wurde am Flughafen wie immer ziemlich hektisch, aber auch wie immer erwischten wir unseren Flug! Ich beendete die Rundfahrt auf dem 33. Platz der Gesamtwertung und mit der Mannschaft waren wir 11. Damit kann man zufrieden sein angesichts der Konkurrenz.
Lesenswerte Berichte über die Rundfahrt haben Klaus Jesse auf rrc-endspurt.de und Christoph Hench auf ophen.de veröffentlicht. Viele aussagekräftige Bilder werde ich in der nächsten Zeit online stellen und die kompletten Ergebnisse findet ihr auf cyclingnews.com.



Mallorca-Trainingslager 2007


Seit eineinhalb Wochen sind wir wieder zurück aus dem Trainingslager auf Mallorca. Am 17.02. machten wir uns zu zwölft morgens um halb fünf von Weinheim aus auf den Weg nach Frankfurt zum Flughafen. Mit dabei waren 6 Fahrer der U23 Mannschaft des Endspurt Mannheim, 2 Jugendfahrer, 1 Junior, 2 Fahrer ohne Lizenz und Klaus Jesse als Trainer und Betreuer. Als wir gegen 10 Uhr am Flughafen in Palma ankamen war der erste Schock groß, da Christophs Rad fehlte. Nach längerer Suche tauchte jenes am anderen Ende des Flughafens auf, wo keinerlei Gepäckausgabe war – ja, wir waren in Spanien ;-) Nach dem Transfer zum Hotel Pueblo Park in Arenal, dem Zusammenbau der Räder folgte die erste kurze Einheit zum Einrollen – leider bei Regen und relativ niedrigen Temperaturen.
Am zweiten Tag fand ein Rennen direkt vor unserem Hotel und von diesem veranstaltet statt. Kurzfristig entschlossen sich Immanuel, Robert, Phil und Björn, an den Start zu gehen und sich der Konkurrenz einiger Profi Teams wie u.a. Sparkasse, Lamonta und dem späteren Sieger Jörg Ludewig zu stellen. Für den Rest der Truppe stand ein GA Training auf dem Programm, das ich aufgrund eines Infekts, den ich mir noch wenige Tage vor dem Trainingslager einhandelte, dem Rennen vorzog.
Der ganz normale Trainingslageralltag hatte uns dann am dritten Tag eingeholt. Aufstehen, Frühsport, Frühstück am viel zu guten und viel zu reichhaltigen Buffet, Training, Besprechung, Abendessen am viel zu guten und viel zu reichhaltigen Buffet, DVD Abend, Schlafen, ...
Und damit waren wir nicht alleine. Man hatte das Gefühl, dass sich alle Radfahrer, vor allem Deutsche, auf Mallorca versammelt hatten. Das Team Sparkasse, Ronny Scholz von Gerolsteiner, die spanische Bahn-Nationalmannschaft, zwei Fahrer vom Team Milram, Heinrich Haussler von Gerolsteiner, zwei Nationalfahrerinnen aus Deutschland waren neben vielen anderen auch im Pueblo Park Hotel abgestiegen. Erik Zabel und viele andere bekannte Gesichter konnte man täglich auf der Küstenstraße treffen, wenn um 10 Uhr morgens fast die komplette Straßenbreite von den Rennradlern eingenommen wurde.
An unsrem ersten Ruhetag besichtigten wir das neu gebaute Radstadion in Palma, wo die WM und die spanischen Meisterschafen stattfinden. Der Rest des Tages wurde genutzt um Einzukaufen, Räder zu putzen, Postkarten zu schreiben und um im Meer baden zu gehen ;-)
Der zweite Dreierblock begann mit einem Bergzeitfahren nach Randa, bei dem jeder seine Form feststellen konnte. Anschließend waren wir kurz auf Abwegen unterwegs, als wir eine frisch geteerte Straße nicht als solche erkannten, und einen unfreiwilligen Zwischenstopp zum Reifen und Schuhe putzen bzw. von Teer befeien einlegen mussten. Es folgte ein 11km Mannschafts - EB und die Rückreise nach Arenal im Windschatten des U23 Teams von Milram. Am darauffolgenden Tag standen wieder 3*8min EBs und erschwerte Bedingungen auf dem Rückweg durch sehr starken Gegenwind auf dem Programm.
Entschädigt wurden wir dann Freitags als wir bei blauem Himmel und 25°C mir kurzer Kleidung Valldemossa, Soller und ein Teil der Mannschaft auch den Puig Major im Grundlagentempo bezwingen durften.
Schick machten wir uns zum Fotoshooting am zweiten Ruhetag, als Heinrich Haussler sich bereit erklärte mit aufs Bild zu kommen. Bei der KB Fahrt trafen wir erneut auf das Team Milram, das auch Ruhetag hatte und Bilder machen ließ und auf Erik Zabel, der sich hinter einer Mercedes A-Klasse beim Motortraining in Form brachte – natürlich wie immer auf der Küstenstraße.
Mein erstes Rennen der Saison konnte ich dann Sonntags im Hauptfeld auf Platz 61 beenden. Es waren ca. 200 Fahrer am Start in Arenal, der ca. 500m von unsrem Hotel entfernt war, auf einem Kurs, der zweimal über Lluc Major führte, insgesamt 130km lang war und 750hm aufwies. Es siegte Andreas Schillinger von Sparkasse, Holger Sievers von Lamonta wurde 3. Insgesamt sahen ca. 90 Fahrer im Hauptfeld das Ziel, unter den ersten 10 waren 6 Deutsche, 2 Spanier und 2 Holländer. Immanuel und Robert konnten im Sprintfinale noch unter die ersten 30 fahren. Bei den Rennen zeigte sich immer wieder, dass die Spanier es mit der Pünktlichkeit nicht sehr genau nehmen, eine etwas „gemütlichere“ Mentalität haben und man auch mal eine Stunde Verzögerung beim Start sowie mit Edding handgeschriebene Startnummern in Kauf nehmen muss.



Montags war dann schon Abreise für die ersten fünf Fahrer angesagt. Morgens wurden wir beim Frühstück von dem mallorcinischen Fernsehteam Illes Balleares 3 um ein Interview und Bildmaterial gebeten. So durfte ich ein kleines Interview geben und wir wurden ein Stück weit beim Training vom Fernsehen begleitet ;-) Wir werden den Bericht hoffentlich noch per Mail erhalten, sodass ich das Ganze online stellen kann. Abends mussten wir uns Jan Ullrich im Gespräch mit Reinhold Beckmann ansehen bevor es am nächsten Tag bei wunderschönem Wetter zum Cap Formentor am anderen Ende der Insel ging.
Am Donnerstag, den 1.03., der in Spanien ein Feiertag ist, waren wir beim Rennen in Camp de Mar am Start. Der Kurs auf der 30km Runde, der mit zwei Anstiegen sehr anspruchsvoll war, war 3 mal zu bewältigen und so hatte man dann im Endeffekt 90km mit 1300hm auf dem Tacho stehen. Auch bei diesem Rennen hieß der Sieger wieder Andreas Schillinger, der aus einer 11 köpfigen Spitzengruppe das Rennen gewann. Ich konnte das Rennen im Hauptfeld beenden, das von ca. 120 auf ca. 40 Mann geschrumpft war. Da der Start schon um 9 Uhr war und wir eine Anreise von 40 km hatten, brachen wir früh am Morgen um viertel nach sieben auf und erlebten die Sonne über Palma aufgehen – ein unvergessliches Erlebnis. Am Freitag trafen wir auf unsrer längsten Trainingfahrt über die Bergkette Mallorcas am Anstieg zum Puig Major Andreas Niedrig, Profi Triathlet und Hawaii 3. des Jahres 1998 (er schrieb das Buch „Vom Junkie zum Ironman“), und lernten innerhalb der Stunde, in der er sich uns anschloss viel Interessantes, auch, dass die Triathleten was den Trainingsumfang angeht noch wesentlich verrückter sind als Radsportler ;-) Am Ende der Ausfahrt standen auf meinem Tacho dann 210km und 2200hm. Nach einem weiteren Tag zur Erholung nahmen wir die letzten beiden Trainingstage in Angriff. Es ging bei 30°C nach Portochristo, und nachdem sich die Gruppe bei km 80 in zwei Teile trennte mussten wir nach 150km an einer Tankstelle vollkommen dehydriert anhalten und machten, obwohl diese geschlossen hatte 20min Pause und überwanden uns erst nach langem Kampf die Heimreise anzutreten. Am letzten Tag wollte bei sturmartigen Böen keiner mehr so richtig in die Pedale treten, doch als wir erst einmal den Gegenwind auf dem Weg zu dem Berg Orient bezwungen und den Rückweg bei Mitwind angetreten hatten, war es ein wunderschöner Abschluss ein letztes Mal über die Küstenstrasse nach Arenal zu fahren und die Sonne auf der Playa de Palma zu genießen. So konnten wir nach 17 Tagen mit traumhaftem Wetter und ca. 2500 Trainingskilometern mit zwei Wettkämpfen glücklich am Abend des 5.03. Heimflug nach Frankfurt antreten.
Die Woche nach dem Trainingslager stand ganz im Zeichen der Erholung. Am kommenden Sonntag findet das erste Rennen in Deutschland statt. Um die Mittagszeit geht’s in Einhausen auf dem flachen Rundkurs los. Es folgt ein Wochenende später das Rennen im bayrischen Zusmarshausen und weitere 6 Tage später das erste U23 Bundesligarennen in Fürth/Cadolzburg.
Interessante Berichte über das Trainingslager gibt’s auch auf der Endspurt Homepage unter der Rubrik „News aus Mallorca“ und beim Christoph auf der Homepage zu lesen...